Schul- ärztin

Dr. Sylvia Stricker-Moll

Eine Frage, die ich im Rahmen der jährlich stattfindenden Schuluntersuchung immer stelle, ist: Betreibst du Sport?

Von einem Teil der Schüler/innen wird diese Frage erfreulicherweise mit „ja“ beantwortet, viele davon betreiben auch regelmäßig Sport im Rahmen eines Vereins. Bei dem anderen Teil spielt Bewegung im täglichen Leben eine sehr kleine bis gar keine Rolle. Bewegungsmangel ist eine der Hauptursachen für das Entstehen von Zivilisationskrankheiten, wie zum Beispiel Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2. Aber welche Sportart soll ich ausüben? Prinzipiell gilt, jede sportliche Bewegung hat einen positiven Effekt auf unseren Körper, egal ob Ausdauersport oder Krafttraining. Gerade Ausdauersport wäre für unsere Schüler/innen sehr zu empfehlen. Darunter fällt zum Beispiel Joggen, Radfahren, Schwimmen, Schilanglaufen oder ähnliches. Durch moderates Ausdauertraining (lang und langsam) wird das Immunsystem gestärkt, die Infektanfälligkeit nimmt ab.

Mit zunehmender Intensität wird auch die Durchblutung des Gehirns gesteigert, sodass Aufmerksamkeit und Kurzzeitgedächtnisleistungen erhöht werden. Das heißt, das Lernen fällt uns leichter! Studien belegen auch einen positiven Effekt von leichtem Ausdauertraining bei beinahe allen Schmerzpatienten. Interessant in diesem Zusammenhang ist der positive Effekt bei Kopfschmerzpatienten. Spannungskopfschmerz und Migräne sind auch an unserer Schule ein häufiges Thema – durch diese Lebensumstellung sinkt die Anzahl der Schmerzattacken deutlich und das schmerzfreie Intervall verlängert sich. Auch auf unsere Psyche hat Ausdauertraining eine positive Wirkung. Durch die Ausschüttung von Endorphinen steigert sich unser Wohlbefinden. Außerdem werden körpereigene Stresshormone abgebaut und das Zentralnervensystem gedämpft, wodurch es zu mehr Ruhe und Ausgeglichenheit kommt. Neben diesem stimmungsaufhellenden Prozess hat Sport auch eine Angstmindernde Wirkung.

„Sport ist gesund und tut uns allen gut!“

Dr. Sylvia Stricker-Moll

Optimal ist natürlich, wenn die Bewegung öfters im Freien ausgeführt wird. Dadurch kann Vitamin D gebildet werden, das für unseren Knochenaufbau notwendig ist.Aber nicht nur Ausdauertraining, sondern auch Krafttraining unterstützt unseren Körper. Eine gut entwickelte Muskulatur stabilisiert die Wirbelsäule und wirkt so Haltungsschäden entgegen. Das wäre besonders bei unseren Schüler/innen wichtig, die einen Großteil des Tages sitzend verbringen und oft unter Rückenschmerzen leiden. Die Schmerzen sind meist Ursache einer zu schwach ausgebildeten Rückenmuskulatur. Einige Übungen täglich würden ausreichen, um diese Symptomatik zu verbessern. Krafttraining heißt nicht unbedingt Arbeiten mit schweren Gewichten, es besteht auch die Möglichkeit, viele Übungen mit Körpereigengewicht zu machen – diese sind zu jedem Zeitpunkt, an jedem Ort möglich. Krafttraining erweist sich als positiv bei Menschen mit niederem Blutdruck- auch das betrifft viele unserer Schülerinnen. Eine besser tonisierte Muskulatur erhöht den Blutdruck und somit bessern sich der Schwindel und die Müdigkeit.Mir ist durchaus klar, dass unsere Schüler/innen im Alltag neben Schularbeiten, Tests und Co nicht sehr viel freie Zeit zur Verfügung haben.

Trotzdem glaube ich dargelegt zu haben, dass die Effektivität des Lernens eng mit der körperlichen Leistungsfähigkeit und Gesundheit verknüpft ist. Das Schwierigste ist immer der Anfang – sobald man es geschafft hat, Sporteinheiten einzubauen, werden sie zur Routine und man fühlt sich fitter. Dafür sollte jeder für sich die Sportart finden, die ihm Spaß macht – manchmal muss man Verschiedenes ausprobieren, bevor man seinen Sport gefunden hat. Gemeinsam macht es auch mehr Spaß – vielleicht findet sich eine Freundin, mit der man sich regelmäßig zum Sport trifft, oder ihr meldet euch bei Kursen an. Für alle Sportwilligen wären die Sommerferien auf jeden Fall der ideale Zeitpunkt, mehr Bewegung ins Leben zu bringen. Ich hoffe, viele von euch angesprochen, überzeugt und bestärkt zu haben.

Dr.

Sylvia Stricker-Moll

Schulärztin

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